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An dieser HP wird noch fleissig gearbeitet. Habt also bitte noch ein wenig Geduld

Wo kommt der wilde Graue her?

Der Nymphensittich heisst eigentlich, Nymphicus hollandicus, rein wissenschaftlich betrachtet.
Ich persoenlich bin ja eher der Meinung, dass Fiffikus passender waere, nicht wahr Pumuckl?;-) Aber Spass beiseite. Man vermutet, dass sich Nymphicus aus dem griechischen Wort Nymphe ableitet, was soviel bedeutet wie: Maedchenhaft. Und da der Nymphensittich eine sehr schlanke aber geschmeidige Figur hat, muss wohl der damalige Wissenschaftler an eine "Nymphe" gedacht haben. Das Wort hollandicus, steht fuer die Heimat des Nymphensittichs. Denn vor dem 19. Jahrhundert wurde das heutige Australien Neuholland genannt.

Die "wilden Grauen" sind in fast ganz Australien beheimatet. Sie leben dort in Halbwuesten, Savannen oder Steppen. Die feuchten Kuestengebieten und geschlossenen Waeldern werden gemieden.

Da die Nymphensittiche sowohl im Norden, wo mehr subtropische Bedingungen herrschen, als auch im Sueden leben, wo die Temperaturen nachts unter dem Gefrierpunkt sinken koennen, bedeutet das fuer die Nymphensittiche eine hohe Anpassungs- und Wiederstandsfaehigkeit.
Sie haben nicht nur mit den extremen Temperaturschwankungen zu tun, sondern auch mit der Trockenheit. Da die Nymphensittiche zum groessten Teil das trockene wuestenaehnliche Zentrum Australiens bewohnen. Hier kommt es sehr haeufig zu unregelmaessigen Regenfaellen und manchmal kann der Regen in bestimmten Gegenden auch fuer mehrere Jahre ganz ausbleiben. Aufgrund der grossen Trockenheit, ist das Nahrungsangebot entsprechend knapp. So sind sie gezwungen, auf der Suche nach Futter, weiterzuziehen.

So, kann es vorkommen, dass man bei extrem langanhaltender Trockenheit, Schwaerme von 100 bis 1.000 Nymphensittiche an den letzten Wasserstellen beobachten kann. Durch die grosse Anpassungsfaehigkeit der Nymphensittiche, bewohnen sie beinahe jeden Lebensraum, was auch ein Grund dafuer ist, dass sich so keine Unterarten des Nymphensittichs bilden konnte. Ein anderer Grund ist, dass durch die Trockenheit viele und oft sehr lange Wanderungen unternommen werden, was dazu gefuehrt hat, dass die Population sich immer wieder neu vermischt und somit der Nymphensittich eine Art fuer sich bleiben kann.

Wenn die Trockenheit vorbei ist und es ordentlich geregnet hat, fangen die Pflanzen an zu bluehen und Fruechte zu tragen. Fuer die Nymphensittiche bedeutet dies, dass nun die Zeit gekommen ist neue kleine wilde Graue grosszuziehen.

Doch bevor ein wild lebender Nymphensittichhahn das Fortbestehen seiner Art sicher kann, braucht er erstmal eine geeignete Braut. Und - wie auch bei uns Menschen - will die Traumfrau erstmal ueberzeugt werden, dass genau dieser Hahn der richtige ist, fuer eine gemeinsame Zukunft. Die Haehne betoeren ihre Auserwaehlte mit Balzgesang- und tanz. Sie verbeugen sich, stellen die Fluegel seitlich ab und manchmal machen sie auch kleine Spruenge und singen was das Zeug haelt. Hat der Hahn dann erstmal einen Henne fuer sich gewinnen koennen, geht es auf Wohnungssuche. Die Hohlraeume von abgestorbene Eukalyptusbaeumen oder von Termiten zerfressene Baumstaemme sind als Kinderstube bestens geeignet.

Nymphensittiche legen in Abstand von zwei Tagen ca. 5-6 Eier. Die Brut beginnt jedoch erst nach Ablage des 3. Ei`s. Bei der Brut wechseln sich Maenchen und Weibchen ab. In der Regel bruetet Tagsueber das Weibchen und Nachts das Maennchen.
Nach einer Brutzeit von ca. 28 Tagen schluepfen nacheinander die kleinen gelben Federknaeuel. Die Kleinen werden von beiden Elternteile gefuettert bis sie ca. 5-6 Wochen alt sind. Bis dahin hat sich ihr Federkleid vollstaendig entwickelt. Lediglich die Hauben- und die Schwanzfedern sind noch wesentlich kuerzer als die der Alttiere. Ausserdem tragen alle Jungtiere dasselbe Federkleid wie die Mutter. Was es schwierig macht, in diesem Alter das Geschlecht zu bestimmen. Erst nach der 1. Mauser im Alter von ca. 6 Monaten ist ein Unterschied erkennbar. Das Gesicht des Maennchen wird zunehmend gelber und faengt an seinen Balzgesang zu ueben. Frueh uebt sich eben. ;-) Im Alter von ca. 9 Monaten sind sie Geschlechtsreif und es wird dann Zeit fuer eine neue Generationen dieser friedlichen Haubentrollen.